Verleihung WORTMELDUNGEN Literaturpreis 2026
„Die Zeit ist heute.“
Schreiben über Long Covid
Mit Ivna Žic (Autorin), Lisa Stiegler (Schauspielerin), Usama Al Shahmani (Autor), Simone Keller (Pianistin) und Kathrin Röggla (Autorin)
Moderation: Carolin Callies (Literaturvermittlerin)
„Was ist deine Zeit?“ Diese Frage stellt sich Ivna Žic in ihrem Essay „Die Unversehrten“, in dem sie sich mit einer Erkrankung an Long Covid auseinandersetzt. Ihr eindringlicher Text gibt Einblick in einen Alltag und ein Leben, das im Unsichtbaren geführt wird. Dafür wird die Autorin mit dem „WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis für kritische Kurztexte 2026“ ausgezeichnet.
Was das Leben in einer Gesellschaft und in einem Gesundheitssystem bedeutet, das von gesundheitlicher Unversehrtheit auszugehen scheint, darüber spricht die Autorin mit Carolin Callies. Auszüge aus ihrem preisgekrönten Text werden von der Schauspielerin Lisa Stiegler gelesen. Der Autor Usama Al Shahmani antwortet darauf mit einem eigenen Text, und die Pianistin Simone Keller entwirft einen musikalischen Echoraum. Die Laudatio auf die Preisträgerin hält die Autorin Kathrin Röggla.
Die Preisverleihung ist auch im Livestream zu sehen (ab 19 Uhr):
https://www.youtube.com/live/ZACukKrWjUg?si=1uzl1duQhQvG3JXz
Ein Mitschnitt der Veranstaltung wird am 28.06. um 12:00 in der Sendung „Literaturland Hessen“ auf hr2-kultur ausgestrahlt.
Der WORTMELDUNGEN-Literaturpreis 2026 ist ein Programm der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt und dem Verbrecher Verlag.
Präsentiert von hr2-kultur, blauschwarz berlin und taz.
Ivna Žic

(c) Benedikt Schnermann
Ivna Žic (*1986 in Zagreb) lebt als freie Schriftstellerin und Theaterregisseurin in Wien und Zürich. Sie schreibt Prosa, Essays, Texte für das Theater und übersetzt aus dem Englischen und Kroatischen. Ihr Debütroman „Die Nachkommende“ (Matthes & Seitz Berlin, 2019) war für den Schweizer und den Österreichischen Buchpreis nominiert und wurde mit dem Anna-Seghers-Preis 2020 und dem Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis 2022 ausgezeichnet. Der Essayband „Wahrscheinliche Herkünfte“ (Matthes & Seitz Berlin, 2023) wurde 2024 mit einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. Ihre Theaterarbeiten sind im gesamten deutschsprachigen Raum zu sehen.
Kathrin Röggla

(c) Jessica Schäfer
Kathrin Röggla arbeitet als Prosa- und Theaterautorin und entwickelt Radiostücke. Für ihre literarischen Arbeiten wurde sie mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. 2020 mit dem WORTMELDUNGEN-Literaturpreis. Seit 2020 ist sie Professorin für Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sie veröffentlichte unter anderem die Prosabücher „wir schlafen nicht“ (2004), „die alarmbereiten“ (2010), „Nachtsendung. Unheimliche Geschichten“ (2016) sowie Essays und Theaterstücke. Zuletzt erschienen „Nichts sagen. Nichts hören. Nichts sehen“ (2025) und ihr Roman „Laufendes Verfahren", für den sie den Heinrich-Böll-Preis für Literatur (2023) erhalten hat, ihr Stück „Kein Plan (Kafkas Handy)“ wurde in diesem Februar im Theater an der Ruhr uraufgeführt.
Carolin Callies

(c) Max Liebenstein
Carolin Callies ( *1980) ist Autorin und selbständige Literaturvermittlerin. Zuletzt erschien ihr dritter Lyrikband "teilchenzoo" (2023) im Verlag Schöffling & Co., mit dem sie zu den "Gedichtbänden des Jahres 2023" der Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet wurde; außerdem das Fachbuch für Lyrikvermittler:innen „Jetzt ein Gedicht! 299 kreative Schreibimpulse zur Gegenwartslyrik“ (2026, Klett Kallmeyer. Als Literaturvermittlerin organisiert sie die seit 2017 jährlich stattfindenden Ladenburger Literaturtage "vielerorts" sowie die Reihe "Flaneure & Flaneusen", die Bühnen der Kurt Wolff Stiftung auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt, gibt Workshops im Kreativen Schreiben für Jugendliche und Lehrkräfte und moderiert den Podcast "Kapriolen" für das Literaturhaus Stuttgart.
Usama Al Shahmani

(c) Ayse Yavas
Usama Al Shahmani, geboren 1971 in Bagdad und aufgewachsen in Qalat Sukar (Nasiriya), hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert. Er publizierte drei Bücher über arabische Literatur, bevor er 2002 wegen eines Theaterstücks fliehen musste und in die Schweiz kam. Er übersetzt ins Arabische und ist seit 2021 Literaturkritiker beim Literaturclub des Schweizer Fernsehens (SRF). Sein erster Roman "In der Fremde sprechen die Bäume arabisch" wurde mehrfach ausgezeichnet und war u. a. für das "Lieblingsbuch des Deutschschweizer Buchhandels" nominiert. Seither sind die Romane "Im Fallen lernt die Feder fliegen", "Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt" und "In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied" erschienen. 2022 nahm er mit seinem Text "Porträt des Verschwindens" an den 46. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt teil. Usama Al Shahmani lebt in Zürich.
Simone Keller

(c) Palma Fiacco
Die Schweizer Pianistin Simone Keller bewegt sich zwischen klassischer und zeitgenössischer Musik, experimentellen Formaten und interdisziplinären Projekten. Sie studierte an der Zürcher Hochschule der Künste in der Klavierklasse von Hans-Jürg Strub und der Liedklasse von Daniel Fueter. Als Solistin und Kammermusikerin konzertiert sie international und arbeitet mit Dirigent:innen wie Barbara Hannigan, Heinz Holliger und Pablo Heras-Casado zusammen. Sie wurde unter anderem für den internationalen innovation award von Classical:NEXT nominiert und mit dem Conrad Ferdinand Meyer Preis und dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet.
Simone Keller ist Gründerin und künstlerische Co-Leiterin des Musiktheater-Kollektivs ox&öl, das mehrfach für seine innovative Vermittlungsarbeit geehrt wurde, u. a. mit dem Anerkennungspreis des Kantons Zürich. Ihre CD-Einspielungen, etwa Julius Eastmans Klaviermusik oder "Hidden Heartache" zu Julia Perrys 100. Geburtstag (Intakt Records), erhielten internationale Auszeichnungen und Aufnahme in Bestenlisten von The Boston Globe und The New York City Jazz Records. 2025 wurde sie mit dem Zürcher Kunstpreis geehrt.
Lisa Stiegler

(c) Mathias Leidgschwendner
Lisa Stiegler, geboren 1987 in München, studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Schauspiel, wo sie das erste Mal auf Ivna Zic traf. Ihr Erstengagement führte sie ans SchauspielFrankfurt, an dem sie 5 Jahre Ensemblemitglied war. Nach einem weiteren Engagement am Theater Basel ist sie nun seit 7 Jahren am Residenztheater in München, wo sie neben diversen Rollen auch eigene Stücke initiiert. Mit „Ein sanfter Tod“ von Simone de Beauvoir gab sie im Januar 2026 ihr Regiedebüt
